“GC on demand”: Rechtsberatung– flexibel und nach Maß – Erfahrungen aus der Praxis

January 20, 2026
Bettina Windisch-Altieri

Partnerin, Österreich

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Vorstellung

Oliver Huq ist gunnercooke Partner aus Düsseldorf mit über 15 Jahren Erfahrung. Als juristischer Generalist ist er auf das Wirtschaftsrecht mit den Schwerpunkten (öfftl.) Beschaffung, Compliance, Datenschutz, IP/IT, Litigation & ADR, Vertragsgestaltung sowie -verhandlung spezialisiert und berät international in den Bereichen Architektur, Automotive, Bau, Defence, IT (Soft- & Hardware sowie KI), Logistik, Maschinen- & Anlagenbau sowie Medizin.

Bettina Windisch-Altieri ist Partnerin bei gunnercooke in Wien und seit über 25 Jahren als Wirtschaftsanwältin tätig. Sie berät global agierende Unternehmen im internationalen Vertragsrecht – mit Schwerpunkt auf Immaterialgüterrecht und Technologietransfer. Ihre Expertise reicht vom Industriebereich bis zur Medienbranche. Ihre Arbeitssprache ist nahezu ausschließlich Englisch. Dank ihrer langjährigen Erfahrung als Inhouse-Beraterin eines internationalen Konzerns kennt sie die internen Abläufe und Herausforderungen großer Unternehmen aus erster Hand.

Beide unterstützen seit Jahren als erfahrene (Interim) Legal Counsel Unternehmen mit ihrer  juristischen Expertise ohne dabei die Gesichtspunkte unternehmerischen Denkens außer Acht zu lassen. Seit über sechs Monaten arbeiten sie gemeinsam – von Wien und Düsseldorf aus – für ein internationales Unternehmen. Im Folgenden geben sie Einblicke in ihre Arbeit, das GC on demand-Modell und die Zukunft dieses flexiblen Rechtsberatungsmodells.

Q: Was bedeutet “GC on demand”?

Oliver Huq: Unternehmen stehen immer häufiger vor dem Problem, dass die bestehenden Rechtsberatungskapazitäten nicht ausreichen: Sei es mangels eigener Rechtsabteilung, wegen personeller Engpässe oder fehlenden Fachwissens. Genau hier kommt GC on demand ins Spiel. Wir gehen flexibel ins Unternehmen, arbeiten eng mit den Verantwortlichen zusammen und bringen nicht nur juristisches Know-how und Branchenkenntnisse, sondern auch unternehmerisches Denken mit. Darüber hinaus können wir bei Bedarf auf die Themenübergreifende Kompetenz aller gunnercooke Partner zugreifen.

Bettina Windisch-Altieri: Die Gründe für den erhöhten Unterstützungsbedarf im Unternehmen sind vielfältig: hohe Arbeitslast, Elternzeiten im Team, Krankheitsfälle oder komplexen Themen, bei denen benötigte Expertise fehlt: Egal aus welchem Grund wir können hier einspringen und übernehmen Aufgaben, begleiten Prozesse oder unterstützen interne Strukturen – ohne dass dauerhaft Personal aufgebaut werden muss. Gerade in der internationalen Zusammenarbeit ist das ein entscheidender Vorteil, denn gunnercooke ist global aufgestellt. Für unsere Mandanten bedeutet das: maximale Flexibilität, Expertise auf Abruf bei voller Kostenkontrolle.

Q: Was ist der Unterschied zu Legal Outsourcing?

Oliver Huq: Legal Outsourcing lagert Aufgaben komplett an externe Rechtsdienstleister aus – ohne dabei die Möglichkeit einer oft erforderlichen, engen Abstimmung zu bieten. GC on demand funktioniert anders: Wir arbeiten über agile und moderne Kommunikationsstrukturen eng mit dem Inhouse-Team zusammen und können so erheblich besser und auf Augenhöhe mit der jeweiligen Unternehmung und ihrer Firmenkultur agieren. Das entschlackt Entscheidungsprozesse und beschleunigt die Zusammenarbeit.

Q: Für wen ist GC on demand geeignet? Und wie wird abgerechnet?

Bettina Windisch-Altieri: Das Modell eignet sich für KMUs ebenso wie für internationale Konzerne oder Startups. Wir stehen zur Verfügung, wenn (zusätzliche) Ressourcen, spezielles Branchenwissen oder spezifisches Rechts-Knowhow gefragt sind – ohne langfristige Fixkosten. Besonders attraktiv ist dieses Konzept für international agierende Unternehmen: Bei uns erhalten Sie nicht nur verhandlungssicheres Englisch, sondern bei Bedarf auch Beratung in weiteren Sprachen und unterschiedlichen Rechtsordnungen dank unseres großen Kanzleinetzwerks aus erfahrenen Experten.

Oliver Huq: Alle gunnercooke Partner verfügen über mehr als 10.000 Stunden anwaltliche Praxis: Die GC on demand-Partner darüber hinaus über entsprechende In-House-Erfahrung (ob als Syndikus, Interim Legal Counsel oder General Counsel) und teilweise auch als Geschäftsführer. Sie sind also Experten von Stunde Null an!

Die Abrechnung erfolgt transparent und flexibel: je nach Bedarf über Tages- oder Stundensätze oder projektbasierte Honorare. Mandanten wissen jederzeit, welche Leistung sie erhalten und zu welchem Preis.

Q: Wie sieht eure Zusammenarbeit konkret aus?

Oliver Huq: Seit über sechs Monaten unterstützen wir gemeinsam ein international tätiges Unternehmen im DACH-Raum – Bettina aus Wien, ich aus Düsseldorf. Wir teilen die tägliche Arbeit nach Fachkompetenz und Ländern, sprechen knifflige Themen gemeinsam miteinander durch und vertreten uns gegenseitig bei Abwesenheiten; das alles meist remote im engen Austausch mit der Rechtsabteilung und dem Management. Vertragsverhandlungen finden bei Bedarf auch beim Mandanten oder dessen Kunden statt. Wir prüfen Verträge, identifizieren Risiken und bereiten komplexe Fragen verständlich auf, damit das Management fundierte Entscheidungen treffen kann.

Bettina Windisch-Altieri: Die Rolle des Interim Legal Counsel erfordert Anpassungsfähigkeit, klare Kommunikation und pragmatische Lösungen. Im Vergleich zur klassischen Kanzleiarbeit bin ich viel stärker in interne Entscheidungen eingebunden – dieser Perspektivenwechsel macht die Aufgabe besonders spannend und wird auch von unserem Mandanten besonders geschätzt. Ich bin später als Oliver zum Team gestoßen, doch dank unserer Erfahrung wurden wir schnell zu einem effizienten Duo und konnten so rasch die Zusammenarbeit im erweiterten  Team mit der Inhouse-Rechtsabteilung etablieren.

Q: Was schätzt der Mandant an eurem Service besonders?

Bettina Windisch-Altieri: Die Rechtsabteilung unserer Mandantin berät mit unserer Hilfe mehrere Standorte und zahlreiche Geschäftsbereiche und hat dabei die unterschiedlichen Perspektiven aller Entscheidungsträger zu berücksichtigen. Das ist nicht immer einfach. Geschätzt wird daher die enge Zusammenarbeit und unser Verständnis für interne Abläufe und Herausforderungen. Am Ende kommt es darauf an, dass wir Risiken erkennen und steuern, gleichzeitig aber serviceorientiert handeln und Lösungen bieten, die sich gut umsetzen lassen.

Oliver Huq: Das spiegelt auch das positive Feedback unseres Mandanten zum Jahresende wider: „Besonders gut gefällt mir die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die weit über das übliche einer Geschäftsbeziehung hinausgeht und die Tatsache, dass ich weiß, dass ich mich immer auf Euch verlassen kann.“

Q: Wie entwickelt sich GC on demand in Zukunft?

Oliver Huq: Der seit Jahren schrumpfende Markt an Juristen[1],  bei mehr Arbeit, sorgt m.E. dafür, dass GC on demand erheblich an Bedeutung gewinnt: Die Unternehmen brauchen flexible und kompetente Lösungen, um anspruchsvollen und wechselnden Anforderungen gerecht zu werden – gerade im internationalen Kontext.

Bettina Windisch-Altieri: In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist das Modell GC on demand besonders wertvoll, weil es Effizienz und Risikomanagement verbessert und dabei größtmögliche Flexibilität bietet. Es macht uns zudem stolz, dass unser Modell auch grenzüberschreitend funktioniert und schon heute von unseren Mandanten hochgeschätzt wird.

Möchten Sie mehr über GC on demand erfahren? Dann kontaktieren Sie uns gerne jederzeit:


[1] Vgl. z.B.: https://www.linkedin.com/posts/charlotte-jurk_deutschland-wird-innerhalb-kurzer-zeit-rund-activity-7338462582426554368-nAfA/?originalSubdomain=de oder auch https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/de/themen/markt-chancen/frauenpower-syndikus-boom-und-ein-schrumpfen-mit-folgen